Gehören Rechenzentren in die Stadt?
Warme Computer, die Häuser heizen
Warme Computer, die Häuser heizen: Noch wird das riesige Potenzial kaum genutzt. Und das, obschon Rechenzentren zu den grössten Stromfressern des Landes gehören und viel Abwärme produzieren.
Eine Datenbank abfragen, einen Film streamen, Geld überweisen – für all das benötigen die Server Energie. Die einzelnen Beträge sind klein, aber sie summieren sich. 3,6 Prozent des Schweizer Stromverbrauchs entfielen 2019 auf Rechenzentren, zeigt eine von uns im Auftrag des Bundesamtes für Energie (BfE) erstellte Studie. In den nächsten Jahren werden viele weitere Serverfarmen entstehen. Bis zu 185 000 Haushalte könnten auf diese Weise in der Schweiz geheizt werden. Und da tut sich die Frage auf, wieso binden wir Rechenzentren nicht direkt in die Energiekreise einer Stadt ein? Das ist vor allem im Hinblick auf die Entwicklung von KI-Anwendungen interessant, da diese immer mehr Energie benötigen. Wir gehen hier von einer Verdoppelung der KI-Leistung in den nächsten paar Jahren aus. Wir finden, da muss sich was ändern.
Lockerungen statt Gesetzgebungen in der urbanen Raumplanung
Was brauchen wir also auf Stufe Richtplanung und Energiegesetzgebung, um diese Vision umzusetzen? Mit unserer Erfahrung in kommunalen Richtplanungen so wie in Energieplanungen auf Stufe Stadt, Areal und Quartier sehen wir ordentliche Potenziale diese Abwärme einbinden zu können. Allerdings decken sich diese Wärmeabsatzpotenziale geographisch noch zu selten mit den Standorten der Rechenzentren. In diesem Zusammenhang stellt sich also folgende Frage: Brauchen wir eine neue Richtplanung, so dass Standorte klar definiert werden müssen?
Wir müssen erkennen, dass dies (auch für Betreiber von Rechenzentren) die nachhaltigste Lösung ist. Es braucht keine Gesetzgebungen, sondern Lockerungen in der urbanen Raumplanung. Gehören Rechenzentren in die Stadt? Und was können wir dazu beitragen, damit die Rechenleistung drastisch abnimmt? Diskutieren Sie mit und schreiben Sie uns Ihre Gedanken.
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